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Die Verlagssuche

Wie die Seite Vom Schreiben schon andeutet, ist das eigentlich Anstrengende an der Schreiberei das Finden eines geeigneten Verlages. Schließlich hat dieser Akt genauso viel Zeit beansprucht wie das Verfassen von 'Neuland' selbst. Dabei bin ich wohl auch noch einer der Glücklicheren, denn es soll Autoren geben, die suchen schon mal ein ganzes Jahrzehnt - wobei ihre Bücher nicht mal die schlechtesten sein müssen.

Ich spare es mir hier, einen Leitfaden zu präsentieren, wie man einen guten Verlag findet. Darüber haben andere bereits umfangreiche Werke geschrieben. Es geht mir darum, an meinem eigenen ersten Buch aufzuzeigen, wie schwer es sein kann. Und auch darum, den Preis für mein Buch zu rechtfertigen.

Üblicherweise versucht ein Autoren-Jungspund wie ich es zunächst einmal bei den großen Verlagen. Er hört auf die weisen Ratschläge seiner Leidensgenossen und gibt die Hoffnung auch nach der zwanzigsten Absage mittels Standardbrief ("Ihr Werk passt augenblicklich nicht in unser Verlagskonzept... blabla...") nicht auf. Wenn unser junger Freund dann erst einmal 200 Euro an Portokosten und einen noch höheren Betrag für die Kopien seines Manuskriptes (jawohl, die wenigsten Lektoren schauen sich ein Manuskript an, das auf einer CD-ROM oder per E-Mail daherkommt) mit vollen Händen ausgegeben hat, keimt die Saat des Zweifels... was nun?

Da waren doch noch die Verlage, die jungen Autoren die einmalige Chance bieten, das Buch auf jeden Fall und ohne Wenn und Aber zu veröffentlichen. Frevel sei es schließlich, diesen literarischen Hoffnungsträgern die Tür zum Ruhm durch festgefahrene Großverlags-Traditionen zuzunageln. Unser junger Autor zertrampelt also das Zweifelpflänzchen, schöpft neuen Mut und sendet sein Manuskript (also eine Kopie auf Papier davon) an einen solchen Verlag.

Einige Wochen später fischt er einen Brief aus dem Postkasten mit der freudigen Begrüßung "seines" Verlages, der ihn wohlwollend unter die Fittiche nehmen will. Die Freude verblasst erst beim Lesen der letzten Seite - an deren Fuß der fällige Druckkostenzuschuss berechnet wurde. In der Regel sind diese Beträge fünfstellig.

Bleibt ihm also nur noch der Weg über Books on Demand. "Alles schon mal gehört", sagt er sich, "aber taugt das was?" Es taugt.

Nachdem unser Schreibwütiger einen im Verhältnis zu den oben genannten Beträgen lächerlichen Obolus berappt und sich einige Wochen in Geduld geübt hat, kann sein Buch über den Buchhandel bestellt werden wie jedes andere Buch auch - und das druckfrisch. Einziger Haken an der ganzen Sache ist, dass diese Kleinstauflage, denn das Buch wird wirklich nur auf Bestellung gedruckt, einen höheren Preis als Großauflagen hat. Dennoch: Das Ergebnis stellt sowohl unseren Jungspund zufrieden als auch die, die ihm und Tausenden anderen seiner Spezies eine reelle Chance geben wollen.

Allerdings: Verkaufen muss man das Buch schon selbst...

 
 
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