Unser tägliches Rennen

Manches Mal habe ich es satt. Täglich werden wir von allen Seiten mit neuen Trends, Must-Haves, Stilen und weiß der Himmel welchen Neuerungen bombardiert, die unser Leben noch leichter, schöner, angenehmer machen sollen. Selbst ernannte Halbgötter erzählen uns, was wir anziehen, was wir essen, welches Auto wir fahren... wie wir uns verhalten sollen, damit wir up-to-date und hip und blah sind und nicht in der grauen Masse aller anderen untergehen.

Dabei merken die meisten von uns nicht einmal, dass wir selbst zur grauen Masse vereinheitlichen, wenn wir uns den Geboten dieser neuen Religion ergeben. Wir rennen blindlings gegen die Flanken der Dollarberge an, auf denen die selbstgerechten Trendsetter sitzen, weil wir sein wollen wie sie. Der Begriff Wegwerfgesellschaft bedeutet inzwischen mehr als nur die Konsequenzen materiellen Konsums: Er erstreckt sich auf unsere Lebensweise, unser Denken, letztlich auf uns selbst. Alles und jeder ist austausch- und wegwerfbar, und ganz am Ende bleibt unsere Individualität auf der Strecke.

Wenn du das nächste Mal etwas kaufst, weil es dein Nachbar oder Freund hat, oder du das Gefühl hast, dieses Etwas zu brauchen, weil es dir ein bezahltes Model im Fernsehen erzählt hat, dann erinnere dich daran, was wirklich wichtig in deinem Leben ist, was dich nachhaltig glücklich macht. Und ob dieses Etwas wirklich dazugehört.

Ich gebe nichts auf Status Symbole, außergewöhnlich hohe Intelligenz oder soziale Stellungen. Sicher, auch ich bin zufriedener, wenn ich ein Dach über dem Kopf, einen fahrbaren Untersatz vor der Tür und eine Wurst auf dem Teller habe, aber alle diese Dinge sind für mich nicht dazu gedacht, andere damit zu beeindrucken.

zurück   weiter


© 2011 Stefan Wetterau, Sindelfingen, http://www.kesselschmied.de